Letzte Kapitel

Management

Psychische Gesundheit zu managen bedeutet, sich konsequent und bewusst um das eigene emotionale, psychische und soziale Wohlbefinden zu kümmern. Es geht darum, die eigene psychische Gesundheit zu verstehen, zu erkennen, wenn etwas nicht stimmt, und zu wissen, wie man darauf reagiert – genau wie bei der Pflege der körperlichen Gesundheit.

Da wichtige Aspekte des Umgangs mit psychischer Gesundheit die Grundlage für dieses Kapitel bilden, haben wir Visualisierungen erstellt, die Ihnen das Verständnis erleichtern. Darüber hinaus eignen sich diese Materialien hervorragend, um jungen Menschen, mit denen Sie arbeiten, wichtige Bewältigungsstrategien auf interessante Weise zu vermitteln.

Selbstwahrnehmung

Selbstwahrnehmung

Aufbauend auf Golemans Arbeiten zur emotionalen Intelligenz bezeichnet Selbstwahrnehmung die Fähigkeit, die eigenen Emotionen, Gedanken und Verhaltensmuster zu erkennen. Sie ermöglicht es jungen Menschen, innere Auslöser und die Faktoren, die ihr Wohlbefinden beeinflussen, zu verstehen – ein wichtiger Schritt zur Selbstregulation und zum adaptiven Funktionieren.

Bewältigungsstrategie

Bewältigungsstrategie

Laut der Stress- und Bewältigungstheorie von Lazarus und Folkman ist die Fähigkeit, konstruktive Bewältigungsmechanismen anzuwenden, essenziell für den Umgang mit emotionalem Stress. Adaptive Strategien – wie beispielsweise expressives Schreiben, körperliche Aktivität, Achtsamkeit und soziale Unterstützung – stehen in Zusammenhang mit einem geringeren Angst- und Depressionsniveau bei Jugendlichen.

Routinepflege

Routinepflege

Beständige Routinen, die das physiologische und psychische Gleichgewicht fördern, sind für die Erhaltung der psychischen Gesundheit unerlässlich. Tägliche Praktiken wie ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und sinnvolle soziale Kontakte tragen zu dem bei, was oft als „psychische Gesundheitshygiene“ oder „psychische Resilienz“ bezeichnet wird.

Warnzeichen erkennen

Warnzeichen erkennen

Das Erkennen von Abweichungen vom normalen Verhalten – einschließlich emotionaler Instabilität, sozialem Rückzug oder verminderter Motivation – ist für eine frühzeitige Intervention entscheidend (WHO, 2021). Die Schulung von Jugendbetreuern im Erkennen und Reagieren auf Frühwarnzeichen entspricht den Prinzipien traumasensibler und präventiver Betreuung.

Hilfe suchen, wenn nötig

Hilfe suchen, wenn nötig

Sich Unterstützung zu suchen – sei es durch ein Gespräch mit einem Freund, einem Jugendbetreuer, einem Therapeuten oder durch einen Anruf bei einer Beratungsstelle. Zu wissen, dass es in Ordnung ist, um Hilfe zu bitten.

Stigmatisierung reduzieren

Stigmatisierung reduzieren

Stigmatisierung stellt nach wie vor ein erhebliches Hindernis für Jugendliche dar, Hilfe zu suchen. Offene Gespräche, von Gleichaltrigen geleitete Initiativen und inklusive Ansätze in der Jugendarbeit spielen eine entscheidende Rolle bei der Reduzierung der Stigmatisierung psychischer Erkrankungen und der Schaffung von Umgebungen, in denen psychische Verletzlichkeit auf Empathie und Unterstützung stößt.

Sich um die eigene psychische Gesundheit zu kümmern, hilft Jugendlichen

Sie sollten junge Menschen darin bestärken, dass sie nicht alles auf einmal lösen müssen, um ihre psychische Gesundheit zu erhalten. Schon allein aufmerksam zu sein, kleine Schritte zu unternehmen und sich selbst und anderen gegenüber freundlich zu sein, ist ein Schritt in Richtung einer gesünderen Gesellschaft. Natürlich erfordern unterschiedliche Herausforderungen unterschiedlich viel Engagement, um sie zu bewältigen. Daher stellen wir Ihnen im weiteren Verlauf unserer Plattform Strategien zur Selbstfürsorge vor und erläutern, wann die Suche nach professioneller Hilfe für junge Menschen die beste Lösung sein könnte. Im letzten Abschnitt finden Sie hilfreiche Ressourcen, auf die Sie zugreifen können, um mehr zu erfahren. Diese Ressourcen beziehen sich nicht nur auf den Management-Aspekt, sondern sind umfassende Informationszentren, die Ihnen Zugang zu allen Bereichen der psychischen Gesundheitskompetenz bieten, wie sie auf unserer Plattform strukturiert sind (einschließlich Erkennung und Prävention). Wir laden Sie ein, das gesamte Kapitel zu lesen. Falls Sie jedoch eine kurze Zusammenfassung benötigen oder sich auf eine bestimmte Herausforderung konzentrieren, die einer Lösung bedarf, können Sie auch direkt zu dem Abschnitt springen, der Sie am meisten interessiert. Los geht’s!

Management

Schauen Sie sich auch die anderen Unterkapitel im Kapitel „Management“ an.

3.1. Selbstpflege

Das Kapitel betont die entscheidende Rolle von Jugendarbeitern bei der Begleitung junger Menschen durch Krisen und Entwicklungsprozesse, indem es ihnen Selbstfürsorge vermittelt. Selbstfürsorge wird als notwendige Kompetenz für die psychische Gesundheit dargestellt. Sie umfasst das Wahrnehmen der eigenen Bedürfnisse, das Setzen von Grenzen, das Bitten um Hilfe und das Ausüben von Erholungsaktivitäten wie Tagebuchschreiben, kreativem Schaffen oder ausreichendem Schlaf. Es wird außerdem hervorgehoben, wie wichtig es ist, dass Jugendarbeiter selbst mit gutem Beispiel vorangehen, da ihr Verhalten junge Menschen maßgeblich beeinflusst. Letztendlich geht es darum, eine Kultur der Fürsorge zu schaffen, in der sich junge Menschen befähigt fühlen, ihre psychische Gesundheit selbstbestimmt zu gestalten und erkennen, dass sie damit nicht allein sind.

3.2 Professionelle Hilfe
Dieses Kapitel befasst sich mit der Verwirrung, die viele Menschen, insbesondere junge Menschen, bei der Unterscheidung zwischen verschiedenen Fachkräften im Bereich der psychischen Gesundheit – wie Psychiatern, Psychologen, Psychotherapeuten und Psychoanalytikern – erleben. Diese Unsicherheit kann sie davon abhalten, notwendige Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Jugendarbeiter spielen eine entscheidende Rolle dabei, die Wahrnehmung von Hilfesuchen zu verändern, indem sie betonen, dass das Bitten um Unterstützung ein Zeichen von Stärke, Reife und Selbstfürsorge ist und nicht von Schwäche. Indem sie das Verständnis für die Aufgaben von Fachkräften im Bereich der psychischen Gesundheit fördern und Vertrauen stärken, tragen Jugendarbeiter dazu bei, Stigmatisierung abzubauen und junge Menschen zu ermutigen, die benötigte Hilfe zu suchen.

3.3 Suche nach Informationen zur psychischen Gesundheit

Dieses Kapitel unterstreicht die Bedeutung praxisnaher und leicht zugänglicher Workshops für Jugendarbeiter*innen zur Erweiterung ihrer Kompetenzen und ihres Wissens. Im Fokus dieser Workshops steht die Vermittlung von Werkzeugen, um junge Menschen effektiv zu unterstützen, insbesondere in Bereichen wie Erste Hilfe bei psychischen Problemen, Stärkung der Resilienz und Förderung des emotionalen Wohlbefindens. Durch die Teilnahme an solchen Fortbildungen können Jugendarbeiter*innen besser sichere Räume schaffen, die Entwicklung junger Menschen fördern und auf deren Herausforderungen eingehen. Das Kapitel dient als Leitfaden für die Gestaltung eines unterstützenden Umfelds durch Kompetenzentwicklung und gemeinsames Lernen.